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Die Treffpunkte
der Franchise
Franchisesysteme:
mme Licien
Unabhängigkeit und Abhängigkeit
Diese Vertriebsform muss es dem Franchisenehmer ermöglichen, aus der Franchisebeziehung einen großen Nutzen zu ziehen,
wobei seine rechtliche Unabhängigkeit ebenso wie seine
wirtschaftliche Abhängigkeit
sich in eine Beziehung gemeinsamen Interesses einfügen müssen
e franchisé est responsable
Der Franchisenehmer ist geistig wie rechtlich
für seine Tätigkeit und
seine Handlungen verantwortlich. Er ist der direkte Ansprechpartner
seiner Kundschaft für die Produkte oder
Dienstleistungen, die er vermarktet, und über-
nimmt die volle Verantwortung dafür
gegenüber Dritten, wobei die Haftung
des Franchisegebers
geltend gemacht
werden kann, außer wenn er der Hersteller ist.
In der Theorie und auch in der Praxis wahrt die Franchise
zu einem großen Teil
die rechtliche Unabhängigkeit der
Vertragspartner.
Diese Unabhängigkeit findet sich auf der
Ebene der Verordnung (EWG) 4087/88
vom 30. November 1988 wieder, die die
Franchise im Gemeinschaftsrecht für gültig erklärt,
ungeachtet des Artikels 85 des EWG-Vertrags, der
Kartelle verbietet. Dieser Text verpflichtet
dazu, Dritte zu informieren, und lässt die Freistellung nur
greifen, wenn der
Franchisenehmer seine Eigenschaft als selbstständiger Kauf-
mann angibt (Artikel 4. C).
Der Erlass des französischen Finanz-
ministers vom 21. Februar 1991 greift
dieselbe Anforderung auf und präzisiert,
dass diese Angabe auf
der Gesamtheit der Dokumente
erscheinen muss, die
vom Franchisenehmer ausgehen, insbesondere seiner Werbung,
sowie im Inneren und Äußeren der
Verkaufsstelle, wobei die Angabe
die gemeinsame Identität des Franchise-
netzes nicht beeinträchtigen darf, wie die
vorgenannte Freistellungsverordnung
präzisiert (Artikel 4 C).
Die Auswirkungen der Unabhängigkeit
| Abhängigkeit für den Neuling, a
finden sich insbesondere
die des installierten Fachmanns
auf der Ebene eines der
grundlegenden Elemente des Handels,
der Preisfestsetzung: der Franchisegeber
kann die Preise empfehlen, ohne sie
in keinem Fall vorschreiben zu können. So
bringt das Netz dem Franchisenehmer den Vorteil
der Gruppe, lässt ihm dabei eine
rechtliche Unabhängigkeit, nach der die
meisten streben. Jedoch hat die Unabhängigkeit
des Franchisenehmers als Grenze
die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Abhängig-
keit, einem Gewinnfaktor.
Franchisenehmer zu sein bedeutet vor allem,
sich Ideen,
Methoden und einer Marke anzuschließen. Diese
Form der notwendigen Zustimmung des Franchise-
nehmers zu den Elementen des Konzepts der
Franchise ist weitgehend ein Faktor der
Abhängigkeit. Wie Professor Le Tourneau
anmerkt, "schließt die rechtliche Unabhän-
gigkeit die wirtschaftliche Abhängigkeit nicht aus;
zwischen diesen beiden Elemen-
ten muss sich ein feines Gleichgewicht einstellen".
Jedoch vermittelt diese so geschaffene wirtschaft-
liche Abhängigkeit den Verbrau-
chern den Eindruck einer
völligen Osmose zwischen der Franchise-
Verkaufsstelle und dem Franchisegeber. Das einheitliche Auf-
treten, die Marke, die gleichen angewandten
Verfahren begünstigen die reflexhafte Wahrneh-
mung des Netzes, einen wesentlichen
Erfolgsfaktor bei der Franchise. Es ist
jedoch das Interesse einer
Die Abhängigkeit des
Franchisenehmers als Neuling
Wer nie eine Handels-
tätigkeit ausgeübt hat, wird zweifellos
stärker der Abhängigkeit unterliegen
als der Fachmann, da ihm die
elementarsten Regeln vermittelt
werden und er somit dazu neigen wird,
vom Franchisegeber die Antworten auf
alle Fragen zu erwarten, gleich welcher Art
und welcher Bedeutung sie
seien. Die in Frankreich gebotene Möglichkeit,
die meisten Handelstätigkeiten
ohne die elementarste Qua-
lifikation auszuüben, erzeugt eine große Zahl
von Akteuren, die die wirtschaftlichen Regeln
nicht kennen, und folglich zahlreiche
Insolvenzen.
Für diese Neulinge hat der Beitritt zu einer Fran-
chise ein grundlegendes Interesse:
sie erhalten eine Ausbildung, erhalten Zugang zu
einer
Dokumentation,
im Allgemeinen
"die Bibel" genannt
, die
Empfehlungen und Ratschläge zusammenstellt, die es
ermöglichen sollen, das
Konzept rentabel zu machen. So betreut, und
zusätzlich mit Erkennungszeichen für die
Kundschaft wie der Marke und der Gesamtheit
einheitlicher Einrichtungen ausgestattet, können sie
hoffen, die Fehler zu vermeiden, die den
Weg der Neuankömmlinge
säumen.
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Das Interesse an der Inanspruchnahme der Franchise
ist für sie groß, aber es ist das
Gegenstück einer schweren wirtschaftlichen Abhängigkeit.
André Gide hat geschrieben:
"Mensch! das komplexeste aller Wesen,
und deshalb das abhängigste aller
Wesen. Von allem, was dich geformt hat, hängst du
ab."
Zahlreiche Kandidaten für den Handel
suchen in der Franchise die psychologische Sicher-
heit, die ihnen ein
gewisser Zustand der Abhängigkeit verschafft. Beruhigt durch
die Gewandtheit des Franchisegebers, kann der Neuling
Vertrauen haben, sich völlig führen zu lassen,
bis hin zu einem Verhältnis
der Kindschaft gegenüber seinem
Franchisegeber. Der Franchisenehmer, dessen
kritischer Geist sich oft nicht entwickeln konnte
wegen einer zu raschen Ausbildung
und vor allem eines Fehlens vorheriger Handels-
erfahrung, läuft Gefahr, unter
einer zu großen Passivität zu leiden.
Für diesen Franchisenehmer, einen seelenlosen Ange-
stellten ohne kaufmännischen Antrieb, mit einem Auto-
piloten, muss der Franchisegeber
notwendigerweise alles tun. Seine schöpferische Fähig-
keit wird gebrochen sein.
Wenn der Franchisenehmer gewiss unrecht hat, sich
entgegengesetzt zu dem zu verhalten, was
seine Rolle sein sollte, die eines vor allem selbst-
ständigen Kaufmanns, hat der Franchisegeber
in diesen Fällen nicht verstanden,
dass seine Rolle nicht
die eines Arbeitgebers gegenüber
einem Angestellten sein darf, sondern die eines
wahren Partners, der nach der
Weitergabe der Elemente des Konzepts
in der Lage sein muss, sich gleichberechtigt mit
seinem Franchisenehmer zu verhalten.
Er wird dafür sorgen müssen, dass dieser
Verantwortung innerhalb des Netzes tragen kann,
our en valorisant une indépendano
réative facteur d'évolution du résear
Tout entier.
Der Franchisenehmer, der bereits Fachmann in
der Tätigkeit des Konzepts ist, ist besser gerüstet
für die Wahl.
Die begrenzte
Abhängigkeit des bereits
fachkundigen Franchisenehmers
Es ist ein erfahrenerer Partner, der
mit dem Franchisegeber einen Vertrag schließen wird. Die
vor dem Beitritt
gestellten Fragen
werden scharfsinniger sein; der Franchisenehmer
wird nämlich dazu neigen, dank
seines Vertragspartners zwar von der Wirkung
der Gruppe zu profitieren, aber auch eine
gewisse Zahl von Nachteilen des
Berufs auszugleichen, die er bei
seiner individuellen Ausübung festgestellt hat. Aber auch hier
ist die Erwartung des Franchisenehmers nicht
übertrieben, glaubt er nicht, dass dank der
Franchise sein Umsatz
abheben wird, wie seine Prob-
leme sich in Luft auflösen werden? Zu Beginn ist es die
Pflicht zur Objektivität des Franchisegebers,
die die Übertreibungen in die eine oder
andere Richtung korrigieren muss.
Wenn der Franchisenehmer gut informiert wurde
und wenn die Wahl des Franchisegebers
bezüglich des Kandidaten angemessen ist, wird der
Vertrag zweifellos für ihn ebenso gewinn-
bringend sein wie für das
Netz, dem er seine eigene Erfahrung
zugutekommen lässt.
Die Weitergabe der Frucht
einer erfolgreichen Erfahrung, die
Nähe eines Partners
In den nächsten Ausgaben
Die verschiedenen Vertriebsnetze
• Die Unterscheidungs-
Franchise
zeichen: vom Schild bis zu den
Konzession:
Dekorationsobjekten
Partner:
Die Farben
Direktverkauf
Das Eigentum an den
Lizenz 73E
Unterscheidungszeichen
Die Netzentwicklung
cette
Vom Konzept zum Schild
Seine Entwicklung strukturieren
RECHTLICHES
der stets zuhören muss, die Wirkung
der Gruppe, das von der
Marke vermittelte Image, rechtfertigen eine gewisse Grenze:
die Freiheit des Franchisenehmers als selbst-
ständiger Kaufmann.
Die Parteien dürfen jedoch nicht
heuchlerisch ein
paternalistisches Verhältnis entstehen lassen, ein Faktor der Abhän-
gigkeit, das nicht gedeihen kann.a
Hubert BENSOUSSAN
Rechtsanwalt
Mitglied des Sachverständigenkollegiums
der Fédération Française
de la Franchise
Die Unterstützung Ihres Partners
• Franchise und Exklusivität
Exklusivität des geografischen
Gebiets
Exklusivität der Lieferanten
Exklusivität der Produkte /*
*Exklusivität des Vertriebs
Werbung und Verkaufsförderung
de la franchise
Michel Micmacher
Welche Besonderheiten hat das französische Franchisenetz? Welchen Platz nimmt es im
europäischen Kontext ein? Ist die Franchise dazu bestimmt, zugunsten der Partnerschaft zu verschwinden?
Auf all diese Fragen antwortet Michel Micmacher, derzeit Vizepräsident von Pronuptia,
Ehrenpräsident der FFF (Fédération Française de la Franchise) und ehemaliger Präsident der
Europäischen Franchise-Föderation. Ganz offen (En toute franchise).
Wie geht es der
europäischen
Franchise?
M. Micmacher: Es ist wie mit dem
europäischen Aufbau, es geht ihr
recht gut. Es gibt spürbare Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern sowohl
auf der Ebene der Tätigkeitsbereiche
als auch im Hinblick auf die Berufe, die unter
den Status der Franchise fallen.
Was sind die
großen Trennlinien?
M. Micmacher: Man kann
drei große Märkte unterscheiden. Zunächst den
französischen Markt. Er bietet die große Besonder-
heit, den höchsten Umsatz
zu haben. Als Beispiel für dieses Gewicht | eines gesetzlichen Korpus, Einzelfälle, die
Ausnahme auf dem europäischen Markt:
Rechtsprechung begründen, ergeben eine
kann man Promodès nennen (die Gruppe der
gewisse Zahl von Regeln, die
Hypermärkte Continent), erster
die jeweiligen Rechte und Pflichten definieren. Man
europäischer Franchisegeber.
erlebt im Übrigen derzeit in den
Dann kommt der englische Markt. Er
USA, als Reaktion auf die aus dieser
funktioniert stärker nach dem
für die Franchisenehmer ungünstigen Situation entstandenen Missbräuche, einen
amerikanischen Modell, das sich spürbar vom
gesetzgeberischen Aufschwung, der für die Franchisegeber übermäßig un-
europäischen Modell in seiner Gesamt-
günstig ist. So sehr,
heit unterscheidet. Es gibt enorm viele Franchisen
zum Beispiel, dass in Iowa, wo der
im Bereich der Kleinstunternehmen. Die Wahl des Status der Franchise
Vorstoß besonders stark war
stellt sich dann oft als ein
wegen der Existenz einer aktiven und entschlossenen
Mittel dar, die Arbeitsgesetzgebung zu
Franchisenehmer-Lobby, die Franchisegeber den Staat
umgehen.
verlassen haben. Das amerikanische Modell
Schließlich der deutsche Markt, wo die Fran-
funktioniert im Stop-and-go-Rhythmus. Das europäische Modell ist
chise eher Industrie- oder Halb-
ausgewogener.
industrieprodukte betrifft.
Was unterscheidet
grundlegend
das europäische Modell vom
amerikanischen?
Welche Regel-
ungen dienen
als Grundlage der
Franchise?
M. Micmacher: Es gibt zwei grund-
M. Micmacher: Die Unterscheidung,
legende Regelungen.
Das
kultureller Natur, betrifft hauptsäch-
Urteil
lich das Verhältnis zwischen
"Pronuptia" vom Januar 1986, so
dem Franchisegeber und dem Franchisenehmer. In den
genannt, weil unser Haus
USA ist das Verhältnis zwischen dem Franchisegeber und
von der ersten Freistellung profitiert,
dem Franchisenehmer ein echtes
die seinen Franchisevertrag im
Kräfteverhältnis, das nicht zugunsten des Franchisenehmers
Gemeinschaftsrecht legalisiert und die gesetzgeberischen
ausgeht, der
Grundlagen legt. Ein anderes Urteil,
in den meisten Fällen nach Belieben
das das Symbol der Identität des
ausgebeutet werden kann. Das europäische Modell
Netzes verteidigt, überträgt diese Aufgabe dem Franchise-
ist viel günstiger
geber. Artikel 85 des Vertrags von Rom
für den Franchisenehmer. Die Existenz
sieht ebenfalls vor, dass es eine
gewisse Zahl von Abweichungen vom
r-
é
System geben kann, wenn alle Parteien darin
ihre Vorteile finden, und insbesondere wenn der
Verbraucher, der Vertrauen in
eine Marke hat, sich darin wiederfindet. Der Franchisegeber muss daher
notwendigerweise die Mittel haben, die Identität des
Netzes zu verteidigen.
Aber im Übrigen ist es einem
Franchisegeber untersagt, seinem Franchisenehmer
die Installation eines
Informatiksystems aufzuerlegen oder ihn auch
zum Beispiel zu Umbauarbeiten zu verpflichten usw. ... Es
ist auch nicht unerlässlich, dass der
Franchisenehmer
Gegenstände beim
Franchisegeber kauft, sobald
die Qualitätsnormen eingehalten werden.
Was halten Sie von
der aktuellen
Entwicklung der Franchise hin zu
Formen von
"Partnerschaft" mit
sehr unscharfen
rechtlichen Konturen?
M. Micmacher: Man wird in Zukunft immer
weniger davon hören.
Das ganze System wurde auf
Grundlagen errichtet, die derzeit immer weniger
der Realität entsprechen: ein Franchisenehmer, der in der
Branche anfängt, ein Franchisegeber, der in
einer beherrschenden Position war. Von nun an gibt es
immer mehr erfahrene Franchisenehmer. Es ist daher unmöglich,
so beherrschende,
so autoritäre Verhältnisse aufrechtzuerhalten. Der Aufstieg
der Formen der Partner-
schaft ist reaktiv und daher konjunkturbedingt.
Der Franchisegeber beginnt
zu verstehen, dass er dem Franchise-
nehmer zuhören muss, dass dieser ihm zumindest seine Ortskenntnis einbringt. Das
Konzept der Partnerschaft hat keine
Zukunft, da es ein Rechts-
begriff ist, der, da er keine
Existenz hat, nichts bedeutet. Mehr
noch, mit dieser Formel weiß man am Ende
nicht mehr, wer für
das Markenimage garantiert. Schließlich stellt man
fest, dass immer mehr gute
Partnerschaftsnetze zur
Franchise kommen.*
T
PROFILE
PANORAMA DER EUROPÄISCHEN FRANCHISE
In wirtschaftlicher Hinsicht ist eine große Heterogenität
der Franchise in Europa festzustellen. Die Entfaltung vollzog sich in den letzten zehn
Jahren in den verschiedenen Ländern der
Gemeinschaft sehr ungleichmäßig, sowohl quantitativ als auch qualitativ.
Die Franchise in Europa
Dezember 1994
*Land
"Anzahl
Anzahl @
Franchisegeber -
*#ranchlsés
Deutschland
Österreich
$190
Belgien
$225
Dänemark
Spanien
¡Frankreich
IG.Bretagne
Ungarn
Italien
:Norwegen.
$125
Niederlande
:Portugal
Schweden
:Rp. Tschechien -40
Jugoslawien 418
Italien
$3,3500
$500
233000+
125,700
(114975
$620
$18:650
LECU
Maemplois
$3,65 1
46,4
$88500
. 46300$
10,83
• 20,56
$8,1
Aus der obigen Tabelle geht eine klare Vorherrschaft
Frankreichs gegenüber den anderen Ländern hervor. Es ist interessant,
eine bedeutende Entwicklung der Franchise in den letzten
Jahren in Ländern wie Italien und Spanien festzustellen.
Eine Berichtigung ist erforderlich bezüglich der deutschen Zahl, die
in die Franchise-Statistiken die Konzession einbezieht, und zwar
nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten.
Quelle: Fédération Française de la Franchise
"La franchise en Europe" März 1996
November/Dezember 96 PME Affaires - 13
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